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Alexander Conze (1831-1914)

Der am 19.12.1831 in Hannover geborene Alexander Conze studierte ab 1851 Rechtswissenschaften in Göttingen, wandte sich aber im Laufe des Studiums zunehmend der Antike und der klassischen Philologie zu. Während seines Studiums wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, wo er bei Eduard Gerhard 1855 mit einer Dissertation über bildliche Darstellungen der Seele zum Dr. phil. promovierte. Nachdem Conze 1863 in Göttingen habilitiert wurde, erfolgte im selben Jahr die Berufung als Privatdozent an die Universität Halle. Er wirkte hier sechs Jahre, bevor er eine Anstellung als Ordinarius an der Universität Wien wahrnahm. 1877 wurde Conze nach den erfolgreichen Grabungskampagnen in Samothrake nach Berlin berufen, um dort als Direktor die Leitung der Berliner Antikensammlung zu übernehmen. In dieser Funktion leitete er auch die Forschungsgrabungen in Pergamon.

Während seines sechsjährigen Aufenthaltes in Halle erwarb Conze zahlreiche Gipsabgüsse für die Archäologische Sammlung der Universität, um mehr Anschauungsmaterial für seine Studenten zur Verfügung zu haben. Dass er sich intensiv mit der Münzsammlung beschäftigt hat, zeigt der von ihm verfasste erste Katalog der griechischen Münzen, wohl nach einer von ihm initiierten Neuordnung nach dem sog. Eckhelschen System. Zudem vergrößerte er die Münzsammlung durch Ankäufe bzw. durch erhaltene Schenkungen. In seiner Zeit kamen 151 antike Gepräge sowie 12 Medaillen dazu. Eigentlich wären es 152 antike Münzen geworden, denn er erwarb im Jahr 1868 auch eine syrakusanische Dekadrachme. Diese kaufte er nach Vermittlung von Julius Friedländer (Direktor des Münzkabinetts Berlin) von Friedrich Imhoof-Blumer (Winterthur) für 110 Mark »auf eigenes persönliches Risico«. Bei seinem Kauf hoffte er noch auf die beantragte Erhöhung des Museumsetats, die ihm allerdings verwehrt blieb. Daher musste er die Münze als sein „persönliches Eigenthum“ schließlich aufgeben und verkaufte sie dann dem Berliner Münzkabinett, wo sie heute noch aufbewahrt wird.

AW